Naturdämmstoffe

Holzfaserdämmplatten:
Entrindetes Restholz ist der Grundstoff für Holzfaserdämmplatten (Weichfaserplatten). Das Restholz wird zu feinen Holzfasern zerrieben. Nach einer kurzen Erhitzung der Fasern werden diese dann zu Platten gepresst. Ohne weitere Zusatzstoffe dienen die holzeigenen Harze als Klebstoff. Als einziger Beimengstoff ist Ammoniumsulfat zu finden, welcher aber ausschließlich zur Verbesserung im Brandschutzverhalten und zur Vermeidung von Fäulnisbildung dient.
Werden diese Platten
als Unterdachdämmung eingesetzt sind diese mit Naturharzen zu imprägnieren und erhalten dadurch ihre ökologische Unbedenklichkeit.
Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,040 – 0,055 W/qmK weist dieses Produkt eine gute wärmedämmende Eigenschaft auf. Neben den guten Wärmedämmeigenschaften zeichnet sich die Holzweichfaserplatte durch seine hohe Schallschutzwirkung und den komfortablen feuchteregulierenden Eigenschaften aus. Durch die Einstufung in die Brandschutzklasse B2 – normal entflammbar – steht eine breite Einsatzmöglichkeit zur Verfügung. Holzfaserplatten werden als starre, druckbelastbare und als flexible Dämmplatten, jeweils in unterschiedlichen Dicken angeboten.

Zelluloseflocken:
Dieser Dämmstoff besitzt momentan unter den ökologischen Dämmstoffen die größte Bedeutung. Zellulosedämmstoff zeichnet sich zu den konventionellen Isoliermaterialien wie Mineralwolle oder Schaumdämmstoffe absolut konkurrenzfähig aus. Im Holzrahmenbau kommt die flexible Platzverteilung bestens zum tragen.
Der Ausgangsstoff für Zelluloseflocken ist Altpapier, welches in der Regel von Tageszeitungen stammt. Durch zerkleinern und auffasern des Altpapiers, verändert sich die Struktur der Zellulose; aus Papierschnipsel wird eine dreidimensionale Zelluloseflocke. Durch die Vernetzung in der Flocke entsteht ein hohes Mass an Setzungssicherheit. Um die Branschutzklasse B2 – normal entflammbar – zu erreichen, wird Borsalz (ca. 15%) beigemengt. Einige neuere Produkte erreichen teilweise sogar die Brandschutzklasse B1 – schwer entflammbar. Das Borsalz schützt zudem vor Schimmelpilzbefall. Hersteller, welche Ammoniumsalze oder Aluminiumsalze als Brandschutz- und Fungizidmittel zum Einsatz bringen verzichten gänzlich auf das Borsalz.
Dämmstoff Zelluloseflocken sind unter der Handelbezeichnung Isoflock oder Climacell zu finden.

Neben guten Schallschutzeigenschaften bieten Zelluloseflocken, mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,040 – 0,045 W/qmK eine sehr gute Wärmeisolierwirkung. Ohne weiteren Chemikalien bleibt der Dämmstoff dampfdiffusionsfähig und wirkt somit feuchtigkeitsregulierend.

Kokosfaser:
Die Kokosfaser ist eine leichte, sehr elastische und bruchfeste Faser. Die Fruchthülle der Kokosnuss bietet den Lieferanten dieser Faser. Die hohe Wärme- und Schallschutzdämmeigenschaften sind darauf zurückzuführen, dass die Faser innen hohl ist. Kokosfasern werden zu Vliesen und flexiblen Dämmmatten unterschiedlicher Dicke verarbeitet.
Die Kokosfaser zu Dämmstoffen verarbeitet, weist optimale Wärme- und Schalldämmungseigenschaften auf. Die pflanzeneigenen Gerbstoffe in der Kokosfaser machen diese beständig vor Verrotten und widerstandsfähig vor Nässe. Auch dieser Dämmstoff ist diffusionsoffen und wirkt feuchtigkeitsregulierend. Die Brandschutzklasse B2 – normal entflammbar – wird durch den Zusatz von Borzalzen oder Ammoniumsulfat erreicht.
Kokosfaser wird als Wärme- und Schalldämmung eingesetzt. Als Wanddämmung im Leichtbau oder zur Trittschall- und Hohlraumdämmung von Decken in Form von Stopfwolle zum Auskleiden von Restflächen eignet sich dieses Produkt hervorragend. Durch seine Hohe Strapazierfähigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit können Kokosfaserdämmstoffe in feuchtigkeitsempfindlichen Bereichen wie z.B. unter Estrichen, Keller- und Außenwandisolierungen und als Dämmung zwischen zweischaligem Mauerwerk eingesetzt werden. Durch seine besonders dampfdiffusionsoffene Eigenschaft wird der Dämmstoff Kokosfaser besonders interessant in der Altbausanierung.

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